Landpreis Friesland- Kostenentwicklung 2019 weitgehend stabil

Wilhelmshavener Zeitung, 7. Februar 2020

Bauland ist in Friesland heiß begehrt. In Varel müssen Bauherren weiterhin am tiefsten in die Tasche greifen, geht aus dem Grundstücks- marktbericht 2020 hervor.

Von Stephan Giesers

Die Städte und Gemeinden im Landkreis Friesland weisen fleißig neue Baugebiete aus – und die Grundstücke gehen weg wie warme Semmeln. Das geht aus dem Marktbericht 2020 der Auricher Geschäftsstelle des Landesamtes für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN) hervor, der gestern vorgestellt wurde.

Die Anzahl der im Jahr 2019 verkauften Bauplätze für den individuellen Wohnungsbau hat dem Bericht zufolge um 27 Prozent zugenommen. Insgesamt sind die Grundstückspreise im Landkreis Friesland dabei weitgehend stabil geblieben. Bauwillige zahlten durchschnittlich im Mittel 75 Euro (inklusive Erschließungskosten) pro Quadratmeter, das entspricht dem Wert des Vorjahres.

In Schortens mussten Bauherren im vergangenen Jahr indessen mehr bezahlen. Der Preis ist auf 79 Euro pro Quadratmeter gestiegen. 2018 waren es noch 65 Euro. In der Gemeinde Wangerland ist der mittlere Grundstückspreis von 70 auf 74 Euro gestiegen. In Jever lag er unverändert bei 94 Euro.

Varel bleibt indessen Spitzenreiter im Landkreis. Dort lag der Preis pro Quadratmeter im Mittel bei 119 Euro – 4 Euro mehr als im Vorjahr. In der Gemeinde Sande liegt der mittlere Quadratmeterpreis bei 63 Euro. Vergleichszahlen gibt es nicht, da diese wegen geringer Anzahl aus Datenschutzgründen in 2019 nicht veröffentlicht wurden. Das günstigste Bauland für ein Eigenheim im Landkreis bietet erneut Bockhorn mit durchschnittlich 55 Euro/Quadratmeter (Vorjahr: 51) an.

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Bei den baureifen Gewerbebaugrundstücken gab es nur wenig Bewegung. „Von Ausnahmen abgesehen haben sich die Preise in den vergangenen Jahren in den älteren Gewerbegebieten nicht wesentlich geändert“, heißt es im aktuellen Grundstücksmarktbericht. „Lediglich bei neuen Gewerbegebieten werden auch aufgrund der stetig steigenden Erschließungs- und Grunderwerbskosten geringfügig höhere Preise für baureife Gewerbebauflächen verlangt.“ Im Landkreis Friesland mussten 2019 durchschnittlich im Mittel 18 Euro (inklusive Erschließungskosten) pro Quadratmeter gewerbliche Baufläche gezahlt werden. 2018 lag der Quadratmeterpreis bei 21. Insgesamt hat es im vergangenen Jahr 23 Verträge über Grundstückskäufe mittlerer Größe (Vorjahr: 19) gegeben.

Beurkundungen für den Erwerb von land- und forstwirtschaftlich genutzte Grundstücke haben indessen um 16 Prozent zugenommen. Über die vergangenen fünf Jahre gesehen sei die Anzahl der Verträge jedoch weitgehend stabil.

Rückläufig ist das Interesse an freistehenden Ein- und Zweifamilienhäusern: 660 Verträge im Landkreis Friesland (-7 Prozent). Bei den Reihenhäusern und Doppelhaushälften haben die Umsätze in Friesland um 17 Prozent zugenommen (144 Verträge). Bei den Wohnungen wurden ebenfalls mehr Umsätze erzielt. Insgesamt registrierte die Geschäftsstelle 2550 Verkäufe, wovon 361 (+2 Prozent) auf den Landkreis Friesland fallen.