Grundstücksmarkt: Schortens schwimmt gegen den Strom

Die Preise für Bauland sind laut Gutachterausschuss im Landkreis Friesland erneut gestiegen. Hier führt Varel das Ranking wie im Vorjahr an. Beliebt sind weiterhin Ein- und Zweifamilienhäuser.

Das Bauen im Landkreis Friesland ist im Vergleich zum Jahr 2017 erneut teurer geworden. Während die Preise in den meisten Kommunen gestiegen sind, lagen die Kosten in Schortens im vergangenen Jahr unter dem Vorjahreswert. Im Mittel 65 Euro pro Quadratmeter (inklusive Erschließungskosten) mussten Bauherren dort in die Hand nehmen (2017: 69 Euro/Quadratmeter). In Jever blieb der Preis mit 94 Euro/Quadratmeter konstant. Varel bleibt weiterhin an der Spitze. Dort lag der Preis pro Quadratmeter im Mittel bei 115 Euro (2017: 105 Euro).

Für die Gemeinde Sande konnten bei der Präsentation aus dem aktuellen Bericht des Gutachterausschusses des Landesamtes für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN) über die Entwicklung des Grundstücksmarktes im Raum Ost-Friesland/Wilhelmshaven im Jahre 2018 gestern in Aurich keine Angaben gemacht werden. Grund dafür seien die zu geringen Zahlen in Verbindung mit den Datenschutzrichtlinien, wie Martin Homes von der LGLN-Regionaldirektion erklärte. Das günstigste Bauland für Eigenheimbauer im Landkreis gibt es erneut in Bockhorn mit durchschnittlich 51 Euro/Quadratmeter.

Der Rückgang der Verträge für alle Grundstücks- und Flächenarten spiegelt sich auch in Friesland wieder, wo die Zahl auf 1815 sank (minus 4 Prozent). In Sachen Bauland gab es mit 172 Verträgen sogar ein deutliches Minus von 33 Prozent (2017: 255).

Ein- und Zweifamilienhäuser sind in Friesland beliebt

Gefragt sind weiterhin Ein- und Zweifamilienhäuser: So stieg die Zahl der Verträge in der hiesigen Region um fünf Prozent auf 712. Der übliche Kaufpreis für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit dem Baujahr 1980 und einer Wohnfläche von 140 Quadratmetern lag zwischen 145 000 Euro im ländlichen Bereich und 195 000 Euro in den Städten. Das Preisniveau stieg im Vergleich zu 2017 deutlich um sechs Prozent. Die Preissteigerung der vergangenen zehn Jahre beläuft sich somit auf 50 Prozent, wie aus dem Gutachterausschuss hervorgeht.

Konstant blieben mit 123 Verträgen die Verkäufe von Reihen- und Doppelhaushälften in Friesland. Der Preis stieg in diesem Segment um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Deutlich weniger gefragt sind inzwischen Eigentumswohnungen. Dort sind die Vertragszahlen im Landkreis Friesland mit 315 deutlich zurückgegangen (minus 11 Prozent). Insgesamt wurden 2018 in Ost-Friesland/Wilhelmshaven in Sachen Eigentumswohnungen 2181 Verkäufe erfasst (minus 8 Prozent).

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Höheres Preisniveau auf den Inseln

Der durchschnittliche Kaufpreis lag im Binnenland bei etwa 1500 Euro und in den Küstenbadeorten bei rund 2000 Euro pro Quadratmeter. Auf den Inseln lag das Preisniveau deutlich höher; so sind es auf Norderney beispielsweise 8900 Euro pro Quadratmeter. Das Preisniveau für Wohnungen war 2018 im Mittel erneut um vier Prozent gestiegen.

Bei den land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundstücken war die Anzahl der Verkäufe gegenüber dem Vorjahr in der gesamten Region mit 730 Verträgen weitgehend konstant (minus 1Prozent). In Friesland gab es allerdings eine deutliche Steigerung um 18 Prozent auf 98 (2017: 83). Über die vergangenen fünf Jahre gesehen war die Anzahl der Verträge über landwirtschaftliche Grundstücke jedoch weitgehend stabil, wie die Gutachter berichten. Die Preise für die landwirtschaftlichen Flächen waren 2018 gegenüber dem Vorjahr im Mittel um vier Prozent gestiegen.

Bei den baureifen Gewerbebau-Grundstücken zählten die Gutachter im Jahr 2018 insgesamt 121 abgeschlossene Kaufverträge. Dies entspricht einem Umsatzplus von 13Prozent. Die Preise lagen überwiegend auf dem geringen Niveau der Vorjahre.